DDr. Alfons Ehrenzweig 
Der Mensch im Mittelpunkt.
 

Leider ist Karies nach wie vor in Österreich weit verbreitet.


Erklärung:


Karies ist eine bakterielle Erkrankung, bei der Säuren den schützenden Zahnschmelz zerstören. Obwohl zwar Kinder vollständig kariesfrei zur Welt kommen, leiden nahezu alle Erwachsenen in Österreich bereits unter Kariesschäden.


Aufgrund einer relativ leichten Ansteckung werden die Bakterien meist von Eltern oder Geschwistern auf das Kind übertragen.


Nach einer Ansteckung halten sich Kariesbakterien beharrlich in der Mundhöhle, zersetzen Kolehydrate aus der Nahrung und wandeln sie in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen. Bleibt Karies unbehandelt, kann sich die Erkrankung auch bis auf das Zahnbein ausbreiten, was zur Folge haben kann, dass die Zähne locker werden und im schlimmsten Fall auch ausfallen können.


Eine entsprechende Mundhygiene und Vorsorge durch den Zahnarzt schützt vor Zahnverlust und hält die Zähne gesund.





Wie kann Karies eigentlich entstehen?


Auslöser der Erkrankung ist ein Bakterium aus der Familie der Streptokokken namens "Streptococcus mutans". Durch Zufuhr zuckerhaltiger Nahrungsmittel kann der Keim überleben, da Bakterien Zucker benötigen, um sich ernähren zu können. Bestimmte Zuckerarten (Polysaccaride) tragen dazu bei , dass das Bakterium an der Zahnoberfläche anhaften kann, um dort einen Biofilm ("Plaque") zu bilden. Der Speichel, der üblicherweise die Zähne reinigt und den Zahnschmelz, wie auch das Zahnbein aufnahmefähig für Mineralstoffe macht, kann diesen Film nicht durchdringen. Er kann lediglich durch gründliches Putzen mit einer Zahnbürste und einer regelmäßigen Mundhygiene entfernt werden.


Karies kann ebenso ernährungsbedingt entstehen, da die Kohlenhydratzufuhr aus kariogenen (kariesfördernden) Nahrungsmitteln die Entmineralisierung der Zähne begünstigt. Schädlich für die Zahngesundheit sind vor allem Zucker, wie Saccharose, Fructose oder Laktose. Da Zucker im Mund zu Milchsäure umgewandelt wird, sinkt dadurch der pH-Wert. In diesem sauren Milieu wird anschließend die harte Zahnsubstanz gewissermaßen "entkalkt". Je mehr kariesfördernder Zucker zugeführt wird und je länger dieser im Mund verbleibt, desto mehr Säure entsteht. In Folge dessen entkalkt der Zahn viel schneller, was wiederum zu Karies führt.



Welche Arten von Karies gibt es?


Karies tritt in unterschiedlichsten Formen auf. Auf häufigsten betroffen sind die Kauflächen, weiters die Zahnhälse und Zahnzwischenräume.


Schmelzkaries:

Hier entsteht Karies am Zahnschmelz und ist die am häufigsten vorkommende Form.


Dentinkaries:

Hier ist die Erkrankung bereits bis ins Zahnbein (Dentin) vorgedrungen, in welchem sich die Karies weiter ausbreitet.


Wurzelkaries:

Hier ist die Karies bereits bis zur Wurzel vorgedrungen. Dies kann beobachtet werden, wenn die Zahnhälse längere Zeit freiliegen und nicht mehr vom Zahnschmelz geschützt werden.


Sekundärkaries:

Hier handelt es sich um erneut auftretende Karies. Dazu kann kann es kommen, wenn die Karies bereits behandelt wurde (beispielsweise durch Füllungen) und zwischen den betroffenen Zähnen erneut Karies entsteht. Dem kann mit ausreichender Pflege entgegengewirkt werden.



Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?


Bei Schmelz- und Dentinkaries werden die befallenen Stellen sorgfältigt mit dem Bohrer entfernt und die Löcher im Zahn mit Füllmaterial verschlossen. Dieses versiegelt den Zahn und verhindert eine Ausbreitung der Infektion.

Im Falle von Wurzelkaries hat sich die Karies bereits bis auf das Zahnmark ausgebreitet. Hier muss das Nervengewebe sorgfältig entfernt und der Wurzelkanal gründlich gereinigt werden.

Sollte die Infektion weiter fortgeschritten sein, empfiehlt sich meist nur meine eine Entfernung des betroffenen Zahns.



Die verschiendenen Füllungen:


Amalgam:

Im Bereich der Backen- und seitlichen Zähne wird meist Amalgam verwendet. Dabei handelt es sich um eine Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer und Quecksilber. Diese gilt als äußerst haltbar und stellt eine unkomplizierte Therapie dar. Da vor allem Backenzähne durch den Kauprozess einer hohen Belastung ausgesetzt sind, ist Amalgam als kostengünstige und sehr robuste Füllung zu empfehlen.









Kunststoff:

Um Zähne im Frontbereich zu sanieren wird meist zu Füllungen aus Komposit gegriffen. Dieses Gemisch besteht aus einer organischen Hülle und einem anorganischem Innenleben und kann der Farbe Ihrer Zähne angepasst werden. Die Füllung wird in mehreren Schichten eingebracht und mit UV-Licht gehärtet.










Keramik:

Für eine Keramikfüllung wird zu aller erst ein Gipsabdruck hergestellt. Hieraus wird von unserem Techniker ein aus festem Porzellan bestehendes maßgeschneidertes Inlay hergestellt, welches in Ihrem sanierten Zahn fixiert wird. Eine Füllung aus Keramik ist die am natürlichst wirkende Möglichkeit einer Zahnsanierung.









Goldinlay:

Für diese Füllung wird ein Wachsabdruck genommen, aus welchem unser Techniker eine Gussform herstellt um aus Bestandteilen, wie Silber, Kupfer oder Platin Ihre Goldlegierung anzufertigen.













Welche Füllung verwendet wird, richtet sich nach Lage des betreffenden Zahnes, nach Belastungsansprüchen, sowie nach ästhetischen Gesichtspunkten.



Wie pflege ich meine Zähne am besten?


Eine regelmäßige Pflege sollte schon ab den Milchzähnen selbstverständlich  sein.

Wichtig ist es, dabei die Zähne etwa 3-4 Minuten zu putzen, sowie die Zahnbürste in etwa alle 2 Monate zu wechseln.

Beim Putzen sollte die Zahnbürste leicht schräg an den Zähnen angesetzt, leicht hin und her gerüttelt, in kreisenden Bewegungen von Rot nach Weiß gebürstet und dabei immer zwei Zähne weitergerückt werden.

Für eine Beratung zur Selbstpflege der Zähne, um vor Karies zu schützen, bieten wir Ihnen selbstverständlich Beratungsgespräche an. Des Weiteren erhalten Sie eine ausführliche Beratung bei unseren Mundhygienespezialistinnen.



Wie wird Karies bei unseren Kleinsten vorgebeugt?


Bei Kindern, die kariesfreie Backenzähne haben, haben wir durch eine Versiegelung die Möglichkeit, Karies zu verhindern.

Dabei werden Furchen an der Zahnoberfläche mit dünnem Kunststoff überzogen.

Diese Prophylaxe eignet sich hervorragend bei "neuen" Milchzähnen.









Schöne, gesunde Zähne. Egal in welchem Alter!